
Care-Arbeit in der Musikbranche sichtbar machen
Nanja Oedi, Co-Founderin von Music Family Hub, war Gast im Podcast „Corso – Kunst und Pop“ des Deutschlandfunks. Im Gespräch mit Mike Herbstreuth sprach sie über die Studie „Care Works in Music?“ – die erste umfassende Umfrage zur Vereinbarkeit Familie Beruf Musikbranche.
Warum fehlen Daten zu Care-Arbeit Musikbranche?
Care-Arbeit – Elternschaft, Pflege Angehörige, Sorgearbeit – gehört zur Menschheit, war in der Musikbranche aber tabuisiert und unsichtbar. Die Pandemie machte Familienrealitäten sichtbar: Homeoffice, Remote-Arbeit öffneten Türen. Daraus entstand Music Family Hub mit Pamela Bürger für Eltern-Empowerment und Sichtbarkeit.
Positive Resonanz Studie Care-Arbeit
Die Studie mit Musikforum Rheinland-Pfalz und musicRLPwomen* stößt auf großen Zuspruch. Musikerinnen, besonders Mütter, brechen Tabus und sprechen öffentlich über ihre Rolle – früher ein Karriere-Risiko. Jüngere Generationen planen familienbewusst, treiben Wandel Musikbranche voran.
Vier Herausforderungen Vereinbarkeit Familie Musikbranche
Nanja Oedi identifiziert vier Cluster:
- Strukturelle Hürden Musikbranche: Starre Betreuungssysteme passen nicht zu Tourneen, Probenabenden, unregelmäßigen Arbeitszeiten.
- Mentale Belastung Mental Load: FLINTA* stemmen durchschnittlich mehr Familie, Haushalt, Karriere.
- Soziale Aspekte: Weniger Präsenz auf Festivals, Messen erschwert Netzwerken, Sichtbarkeit.
- Finanzielle Ungleichheit: 16% Gender Pay Gap (bereinigt 6%), Pension Gap belastet Freiberuflerinnen langfristig.
Familienfreundliche Strukturen Musikindustrie Lösungen
Neue Unternehmenskulturen nötig: Familienfreundlichkeit Markenwert, babyfreundliche Probenräume, flexible Tourneen, Arbeitszeiten. Theaterinitiaviven zeigen Wege. Generationswechsel Führungspositionen bringt Mütter, Väter. Kreative Branche gebremst durch Perfektionismus, Jugendfokus – Role Models ändern das.
Hört das Interview: Deutschlandfunk Corso Podcast Nanja Oedi. Macht mit bei „Care Works in Music?“!
